Auf dem Indian River in Dominica…

Heute nehme ich euch mit zum Indian River auf Dominica.
Dominica ist definitiv eine meiner karibischen Lieblingsinseln. Schon bei meinem ersten Aufenthalt dort vor fast sechs Jahren habe ich sie in mein Herz geschlossen. Der Regenwald ist allgegenwärtig und weshalb sie den Beinamen „Nature Island“ trägt, wird schon deutlich sobald man die Hauptstadt Roseau hinter sich lässt.
365 Flüsse, einen für jeden Tag des Jahres, soll es hier geben – wenn man Richtung Indian River holpert, überquert man bereits unzählige davon. Der Indian River wurde nicht etwa nach Indern oder Indianern, sondern den Ureinwohnern Dominicas, den Kalinago (Carib Indians) benannt, die an seinen Ufern lebten und den direkten Zugang zur See schätzen. Er schlängelt sich auf einer Strecke von sieben Kilometern vom Morne Turner durch das Parish Saint John bis er in die Karibischen See mündet.
Besteigt man das kleine Boot in Portsmouth, mag man am Bootsanleger noch „unspektakulär“ denken, aber einen Moment später öffnet sich der Blick auf eine traumhafte Landschaft. Dichtes Grün zu den Flussufern, im Hintergrund bewaldete Hügel. Spätestens hier stellt der Bootführer den Motor ab und rudert die Besucher durch das Naturschutzgebiet.

Es bieten sich immer wieder neue Ausblicke – Palmen aus der Zeit als die Engländer (oder waren es doch die Franzosen?) das Gebiet zu landwirtschaftlichen Zwecken nutzen wollten oder eine Hütte in traditioneller Bauweise. In diesem Fall ist es das nachgebaute Haus der Calypso aus Fluch der Karibik 2; Szenen dieses Films wurden hier am Indian River gedreht.


Weiter geht es entlang des Flusslaufs und nun beherrschen dichte Mangroven das Bild. Sie gedeihen prächtig im Brackwasser, dort wo Süß- und Salzwasser sich treffen. Zwischen ihren verzweigten Wurzeln ist viel Leben – selbst vom Boot aus kann man verschiedene Krabbenarten wie z. B. die Rote Landkrabbe erspähen.

Licht- und Schattenspiele schaffen mit den unterschiedlichsten Schattierungen von Grün und Braun eine fast mystische Atmosphäre und die Seele kommt zur Ruhe.

Inmitten des Nirgendwo taucht ein Steg auf und wir steigen aus. „Time stands still at the bush bar.“ (Die Zeit steht still in der Busch Bar.) steht an der altmodischen Uhr, deren Zeiger sich nicht mehr bewegen. Bezeichnend für diesen Ort inmitten des Regenwalds. Man fühlt sich fernab des hektischen Alltags und jeder Zeitmessung entrückt.
Ich laufe über die angelegten Pfade und freue mich an der farbenfrohen Blumenpracht. Porcelain Rose (Porzellan Rose oder Fackel-Ingwer), Red Ginger Lily (Roter Ingwer) und Bihai Yellow Dancer (Falsche Paradiesvogelblumen / Helikonien) leuchten zwischen all dem Grün und begeistern mich mit ihrer exotischen Schönheit.




Ganz so still wie man es sich wünscht, steht die Zeit dann doch nicht und man wird nach einem Getränk in der Busch Bar auf den Abschied eingestimmt. Matschige Trampelpfade führen zurück Richtung Zivilisation, wo die Zeit wieder messbar wird.
Danke Indian River, danke Dominica – für diesen Moment der Stille und Einkehr.

Forget your regrets
There’re better left behind
~Djerem~
