Aruba

Impressionen Arubas

Urlaub, Tag 26. Mitte März bin ich gerade noch zum offiziellen Ende meines Vertrags aus der Karibik nach Hause gekommen. Noch während meiner 24-stündigen Heimreise von La Romana / Dominikanische Republik über Santo Domingo, Paris und Amsterdam bis ins kalte Deutschland erreichte mich die Nachricht meiner Kollegen, dass nun auch der Gästebetrieb auf unserer Mein Schiff 2 in der Karibik eingestellt wird. Glück gehabt oder vielleicht doch nicht? Während meine Kollegen nun bei schönstem Wetter, in Balkonkabinen mit allerlei bordinternem Vergnügungsprogramm und verhältnismäßig wenig Arbeit in Schrittgeschwindigkeit den Atlantik Richtung Europa überqueren, sitze ich zu Hause und halte vorbildlich „social distance“. Urlaub, wie ich ihn üblicherweise gestalte, fällt aus. Aus Freunde besuchen wird mit Freunden telefonieren, aus ins Konzert gehen wird Musik hören, aus tanzen gehen wird allein durch die Küche tanzen, aus Zug fahren wird spazieren gehen im heimischen Landschaftsgarten – mit 2m Abstand zu allem und jedem. Vorteile gibt es aber auch – ich schlafe wie ein Murmeltier und hole gefühlte Jahre an Schlaf nach; es gibt keinen Terminstress und es bleibt Zeit, Erinnerungen an unzählige wunderbare Reiseerlebnisse aufzuarbeiten – so wie heute – ein Tag gefüllt mit Impressionen der Kleinen Antilleninsel Aruba.

Bon Bini! Herzlich Willkommen auf Aruba!
Über 830.000 Kreuzfahrtgäste waren allein im Jahr 2019 hier. Der Tourismus ist Arubas größte Einnahmequelle, insbesondere nachdem im Jahr 2009 das Erdöl-Geschäft endgültig eingestellt wurde. Bis dahin war Aruba ein bedeutender Energielieferant für die USA; Erdöl wurde hier raffiniert und gelagert.
Wir sind heute mit dem Bus unterwegs zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Insel. Auf dem Weg zum ersten Halt, der Natural Bridge, haben wir reichlich Gelegenheit die typische Landschaft von Aruba zu betrachten – Kakteen und niedriges Buschwerk. Weithin sichtbar ist der Hooiberg, ein 165m hoher ehemaliger Vulkan, der als zweithöchste Erhebung Arubas fast alles überragt. An Tagen mit klarer Sicht kann man von hieraus Venezuelas Küste in ca. 25km Entfernung sehen.

~ Typische Landschaft von Aruba ~
~ Hooiberg ~

Angekommen an der Ostküste bietet sich uns ein ganz anderes Bild – schroffe Gesteinswelten, auf die das Karibische Meer trifft. Am 2. September 2005 brach die ursprüngliche, 30m lange Natural Bridge zusammen. Heute ist eine deutlich kleinere natürliche Korallenkalkstein-Brücke die Hauptattraktion. Ich erfreue mich auch am Anblick der tosenden Wellen und lasse mich von der frischen Brise abkühlen.

~ Willkommen an der Natural Bridge Aruba ~
~ Natural Bridge ~
~ Ausblick auf die umgebende Landschaft ~
~ Tosendes Meer an der Ostküste ~
~ Rund um die Natural Bridge ~
~ Wellen umspülen die Felsen ~
~ Selbst zum Motiv geworden ~

 Der Souvenirshop ist hier nicht nur Souvenirshop. Neben einfachen Redewendungen in Papiamento, der Sprache der Einheimischen, kann man dort sowohl etwas über die Geologie der Insel lernen als auch karibische Flaggen bewundern und niederländische Stroopwafels (köstliche dünne Waffeln, die zumeist mit einer klebrigen Karamellschicht gefüllt sind) in holländischem Ambiente kaufen.

~ Souvenirs, Toiletten, Informationszentrum, Essen und Trinken – alles unter einem Dach ~
~ Blumen an der Hauswand ~

Allzu lange können wir nicht verweilen, denn die nächste Sehenswürdigkeit Arubas wartet schon – die Casibari Felsformation. Vorbei geht es zunächst an der nahegelegenen Ayo Felsformation, die ebenfalls aus riesigen Tonalit-Felsbrocken besteht.

~ Ayo Felsformation ~

Rund um die Casibari Felsen wachsen unzählige Orgelpfeifenkakteen, die bis in den Himmel zu ragen scheinen. Über eine Treppe kann man die Aussichtsplattform des Hauptfelsens erklimmen und genießt von dort einen grandiosen Rundum-Panoramablick auf die Insel.

~ Casibari Felsformation ~
~ Lieblingskollege Raimar – immer dabei ~
~ Seltener Anblick der Casibari Felsformation – ganz ohne Touristen ~
~ Felsgarten mit Orgelpfeifenkakteen ~
~ Ausblick von der Casibari Felsformation ~

Einen solchen Ausblick könnte man auch vom California Lighthouse aus über die Westküste haben – wenn man genug Zeit hätte. So bewundern wir den 30m hohen Leuchtturm, der 1916 fertiggestellt wurde, nur von unten. Er wurde nach dem Dampfschiff „California“ benannt, das 1891 vor der Küste sank.

~ California Lighthouse ~
~ Blick auf das California Lighthouse vom Arashi Beach aus ~

Unser letzter Halt dient nur noch der Erholung – der Eagle Beach! Er zählt zu den schönsten Stränden Arubas. Über Kilometer hinweg treffen weiß schäumende Wellen auf feinpudrigen weißen Sand; dahinter liegt das endlose Meer in unglaublichen Farbschattierungen von hellem Türkis bis hin zum tiefsten Blau. Pelikane jagen über das Wasser gleitend ihre Beute. Ganz gleich, ob man hier seine Ruhe in einem der zahllosen Hotelresorts oder im nächst gelegenen Mandelbaumschatten sucht – hier findet ein jeder seine Idylle.

~ Die Farben des Eagle Beach ~
~ Strand-Idylle am Eagle Beach ~
~ unterwegs mit Juanito und James ~

Ein beliebtes Fotomotiv am Strand sind die typischen Fofoti-Bäume (Conocarpus erectus). Da diese, genau wie die Divi Divi Bäume, durch die Windrichtung bestimmt nach Südwesten wachsen, kommt es immer wieder zu Verwechslungen der beiden Bäume. Auch bei mir. Google schafft Abhilfe – laut der offiziellen Homepage von Aruba wächst der Fofoti-Baum am Strand und der Divi Divi Baum aus dem „Dreck“ der Erde.

~ Fofoti-Bäume am Eagle Beach ~

Überall in der Karibik, so auch am Eagle Beach, trifft man immer wieder auf einen markanten kleinen schwarzen Vogel – Maria Mulata (die Dohlengrackel – Quiscalus mexicanus). Den Namen Maria Mulata haben ihr die Kolumbianer gegeben – sie ist der offizielle Vogel der Stadt Cartagena. Einer mexikanischen Legende nach erzählen ihre sieben verschiedenen Gesänge von den sieben Leidenschaften des Lebens: Liebe, Hass, Angst, Mut, Freude, Traurigkeit und Wut.

~ Maria Mulata – ich habe noch nie einen Vogel gesehen, der so viel Spaß beim Baden hat ♥ ~

Leider geht unser erlebnisreicher Tag auf Aruba nun dem Ende entgegen. Unser Weg zurück nach Hause zum Kreuzfahrtterminal ist nicht weit – in weniger als zehn Minuten sind wir zurück; zu Fuß läuft man ungefähr eine halbe Stunde und kommt sogar noch an einem großen Souvenirmarkt vorbei.

~ Sonne über dem Eagle Beach ~

Ihr wollt die Sehenswürdigkeiten selbst besuchen? Am flexibelsten seid ihr mit einem Mietwagen unterwegs, denn so könnt ihr euch die Zeit an den einzelnen Stops frei einteilen. Festgelegte Eintrittsgebühren und Öffnungszeiten gibt es nur für das California Lighthouse – aktuelle Informationen findet ihr hier: https://m.facebook.com/CaliforniaLighthouseAruba/

4 Kommentare

  • Annekathrin Mueller

    Liebe Jasmin, das ist ein ganz toller Reisebericht über Aruba. Das weckt so viele Erinnerungen. Vielen Dank dafür.
    LG Anne und Juergen

  • Frank

    Sehr schöner Bericht, man bekommt durch die Bilder eine gute Vorstellung von der Insel.
    Besonder gut gefallen mir die beliebten Strand Motive.

  • Deine Mama

    Ich war in Gedanken wieder auf Aruba. Es hat mir Freude gemacht, alles zu lesen und die schönen Fotos zu betrachten.
    Die herrliche Natur habe ich deutlich vor Augen.
    Ganz besonders liebe ich Maria Mulata; diesen besonderen Vogel kenne ich schon seit Cartagena im Dezember 2016.
    Schreib weiter! Es ist ein schönes Reisetagebuch für dich selbst, du bereitest anderen damit eine Freude, und die Weltenbummler bekommen interessante Tipps.
    Alles Liebe und Gute für künftige Reisen! Deine Mama 🦋🌞🌴

  • Brigitte Muhr

    Liebe Jasmin,
    der Bericht und die Bilder geben einen wunderbaren Eindruck ab und weckt die Sehnsucht dies selbst mal kennenzulernen. Vielleicht auch verstärkt durch das derzeitige Nichtreisendürfen. Diese Art zu Reisen und zu Arbeiten ist sicherlich anstrengend, allerdings die Erinnerungen bleiben ewig.
    Viele Grüße
    Brigitte, Mama von Raimar

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